Reinigung und Wartung von Trocknern

Die deutsche Sängerin Johanna von Koczian sang schon in den 70er Jahren in ihrem Lied „Das bisschen Haushalt“ über das leidliche Thema Putzen. Inzwischen gibt es zwar viele Helferlein wie Waschmaschinen, Küchenmaschinen mit Kochfunktion, Saugroboter und natürlich auch Trockner – doch ganz ohne unser Zutun laufen die Geräte doch nicht. Verschiebt man die so dringend notwendige Reinigung und Wartung, enden die Geräte im schlimmsten Fall als wirtschaftlicher Totalschaden. Damit Sie lange Freude an Ihrem Trockner haben, verraten wir Ihnen in diesem Artikel, wie viel Pflege ein Trockner braucht und was es dabei zu beachten gilt.

Wo ist das Flusensieb, wie reinige ich es?

Fussel und andere kleine Partikel sammeln sich im Flusensieb. Wird dies nicht regelmäßig gereinigt, wird die Leistungsfähigkeit des Trockners stark eingeschränkt. Grund hierfür ist, dass ein verstopftes Flusensieb keine Luft mehr durchlässt, wodurch die Fusseln nicht mehr haften bleiben. Unangenehm ist auch, dass sich die Verschmutzungen aus dem Sieb lösen können und sich dadurch in der Trommel verteilen, statt von ihr fernzubleiben. 

Je nach Modell variiert die Position des Flusensiebes. In den meisten Fällen befindet es sich aber in der Nähe der Trocknerklappe. Nach dem herausziehen können Sie die Flusen mit einer weichen Bürste oder feuchten Händen entfernen. Hartnäckige Verschmutzungen werden mit lauwarmem Wasser gelöst. Lassen Sie das Flusensieb danach aber unbedingt vollständig trocknen.
Anschließend wird es wieder korrekt eingesetzt. Dabei empfehlen wir direkt auch noch das Fach mit einer langstieligen Bürste zu reinigen. 
Hinweis: Manche Trockner sind mit weiteren Sieben ausgestattet, die nach jedem Trockengang gereinigt werden müssen. Sehen Sie diesbezüglich unbedingt in der Bedienungsanleitung nach.


1. Flusensieb ausbauen
2. Flusen mit einer Bürste oder Händen entfernen
3. Sieb trocknen lassen und wieder einsetzen

Trockner-Filter reinigen

Der Trockner-Filter fängt ebenfalls Staub und Flusen auf. Daher sollte er mindestens einmal im Monat gereinigt werden.
Denn: Übermäßiger Schmutz beeinträchtigt die Nutzung des Trockners. Sie können den Filter aber ganz einfach mit einem Schwamm abwischen oder einem Staubsauger gründlich absaugen. 
Tipp! Die meisten modernen Trockner verfügen über Kontrollleuchten, die Sie auf die zu reinigenden Filter hinweisen

Die Trockner-Sensoren reinigen

Während des Trocknens messen Sensoren kontinuierlich, wie viel Restfeuchte sich noch in der Wäsche befindet. So errechnet das Gerät automatisch den optimalen Endzeitpunkt des Trocknens anhand der Ladungsmenge und der verbleibenden Feuchtigkeit. Leider lagert sich schnell Kalk auf diesen Sensoren ab, was falsche Messergebnisse zur Folge hat. Dadurch kann der Trockner entweder deutlich länger oder kürzer als nötig laufen.
Zur Reinigung empfehlen wir ein mit Essig getränktes Tuch, um die Verkalkungen zu entfernen. Leider können wir Ihnen hierfür keine pauschale Empfehlung des besten Zeitpunkts geben, da die Kalkablagerungen von der Wasserhärte abhängig sind.

Sie können sich jedoch an folgenden Zeiträumen orientieren:

WasserhärteReinigen der Sensoren

Lösung: Wenn der Trockner stinkt oder riecht

Gibt es etwas tolleres als warme Wäsche aus dem Trockner? Ja: wenn sie gut riecht. Leider ist dies nicht immer so. Daher gehen wir in den nächsten Abschnitten auf die gängigen Ursachen für einen unangenehmen Geruch des Trockners bzw. der Wäsche ein. 

Der Trockner riecht nach Fisch – was tun?

Mögliche Ursache: Kunststoffteile im Trockner oder der unmittelbaren Umgebung.

Trockner sind so konzipiert, dass die Hitzeentwicklung am Gerät keinen Schaden anrichtet. Doch Kunststoffteile in der Nähe können dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden. Vor allem schmelzende Lampenfassungen und Steckdosen sind eine häufig die Ursache, wenn es nach Fisch riecht. 
Achtung: Sollte der Geruch eindeutig vom Trockner stammen holen Sie lieber einen Fachmann, ehe es zu einem Brand kommt.

Der Trockner riecht nach Gummi – was tun?

Mögliche Ursache: neuer Trockner, defekte Gummidichtung in der Tür oder volle Siebe.

Manche neue Trockner bringen einen unangenehmen Geruch mit sich. Dieser sollte von selbst verfliegen, wenn Sie das Gerät einige Zeit lang offen stehen lassen. Andernfalls kann auch ein Trockengang mit einem Trocknerball helfen, der mit Essig- und Zitronenwasser gefüllt ist.

Ist der Trockner nicht mehr neu, stammt der Geruch wahrscheinlich von einer defekten Gummidichtung. Da die Temperaturen beim Trocknen bis zu 100 °C betragen können. 
Sollte die Dichtung aber in Ordnung sein, prüfen Sie alle Filter und Siebe auf Sauberkeit. Wie eingangs bereits erwähnt ist es für die Funktionalität des Trockners unheimlich wichtig, dass alle Bauteile so oft wie möglich von Staub und Verschmutzungen befreit werden, damit die Luft richtig zirkulieren kann. Geschieht dies nicht, wird der Trockner unnötig heiß, was Schäden und diesen unangenehmen Geruch mit sich bringen kann.

Der Trockner riecht nach Urin – was tun?

Mögliche Ursache: Geruch der Wäsche.

Wird Wäsche zu niedrig gewaschen oder lag zu lange in der Waschmaschine, entsteht ein unangenehmer Geruch beim Trocknen. Um diesen loszuwerden, waschen Sie nicht nur die Wäsche erneut, sondern reinigen Sie auch die Trommel. Hierfür eignen sich warmes Wasser mit ein paar Tropfen Spülmittel oder speziellen Geruchsstoppern.

Der Trockner riecht muffig – was tun?

Mögliche Ursache: Schimmel, Wasser im Schlauch.

Da nach dem Trockenvorgang immer etwas Feuchtigkeit im Gerät verbleibt, ist das der perfekte Nährboden für Schimmel und Bakterien. Dies hat einen muffigen Geruch zu Folge, kann aber ganz einfach vermieden werden, in dem die Trockner Tür nach der Nutzung offen bleibt.
Eine weitere Ursache kann Wasser im Ablaufschlauch von Kondenstrocknern sein. Das können Sie aber schnell beheben, indem der Schlauch gründlich gereinigt wird.

Der Trockner quietscht, was tun?

Mögliche Ursache: Keilriemen, Kondensatorpumpe, Lager

Wenn der Trockner quietscht ist die Ursache meistens ein technisches Problem. Oftmals ist der Keilriemen zu locker oder die Kondensatorpumpe benötigt etwas Kriechöl. Bei letzterem sollten Sie aber unbedingt darauf achten, dass die anderen Teil des Trockners nicht mit dem Öl in Berührung kommen.
Sollte der Trockner weiterhin unliebsame Geräusche von sich geben kann es auch an ausgeschlagenen Lagern liegen. In diesem Fall sollten Sie allerdings einen Fachmann zurate ziehen.

Der Trockner qualmt, was tun?

Wenn der Trockner qualmt, geht damit meistens in Geruch nach Gummi einher. In diesem Fall verschmoren wahrscheinlich gerade Teile im Inneren des Geräts. Eine häufige Ursache für den Qualm ist auch ein Defekt der Entstör- und Anlaufkondensatoren. Trennen Sie den Trockner bitte sofort vom Strom, damit es nicht zu einem Brand kommt und rufen Sie einen Fachmann an.

Trockner Trommel reinigen

Damit die Wäsche lange gut riecht, sollte auch die Trommel regelmäßig gereinigt werden. Wir empfehlen hierfür eine Lauge aus Essig und Zitrone herzustellen und die Trommel mit einem angefeuchteten Tuch auszuwischen.

Besonderheiten bei einzelnen Trocknerarten

Hinweis: Jedes Trockner-Modell hat abgängig vom Hersteller noch mal zusätzlich seine Besonderheiten. Schauen Sie daher unbedingt in die Bedienungsanleitung um zu erfahren, wann welche Wartung notwendig ist. 
Übrigens integrieren immer mehr Hersteller einen sogenannten Self-Cleaning-Modus. Ist dieser aktiviert, durchläuft das Gerät den Reinigungsprozess – ganz ohne Ihr zu tun. Das erspart z. B. bei den meisten Modellen den lästigen Ein- und Ausbau der Filter.

Besonderheiten bei Ablufttrocknern

Bei einem Ablufttrockner hält sich der regelmäßige Wartungsaufwand in Grenzen. Was Sie allerdings mindestens einmal alle drei Monate prüfen sollten, ist der Abluftschlauch. Kontrollieren Sie ihn auf Risse und andere Schäden, welche die Nutzung beeinträchtigen können. Zudem sollte der Schlauch mit warmen Wasser durchgespült werden, um festsitzende Verschmutzungen zu entfernen.
Hinweis: Achten Sie in der Bedienungsanleitung zudem auf Hinweise zur Reinigung der Heizstäbe, die bei den meisten Geräten mehrmals pro Jahr durchgeführt werden muss.

Besonderheiten bei Wärmepumpentrocknern

Bei diesen Modellen muss der sogenannte Flusensumpf nach einigen Trockengängen gereinigt werden.
Um diesen zu erreichen, öffnen Sie die Wartungsklappe und entnehmen den Wärmetauscher. Dieser sollte ohnehin mindestens einmal pro Quartal gereinigt werden – das lässt sich sehr gut kombinieren. Dahinter befindet sich der Flusensumpf, der sich nun problemlos entfernen und auswischen lässt. Sollte Ihr Trockner nicht über eine Wartungsklappe verfügen, muss hierfür das Gehäuse des Geräts aufgeschraubt werden.


Tipp! Wenn der Wärmetauscher noch warm ist geht die Reinigung ganz einfach vonstatten. Da die Verschmutzungen schön weich sind, ist es ganz einfach sie zu entfernen. 

Besonderheiten bei Kondensationstrocknern

Nach jeder Nutzung des Trockners sollte Sie den Kondensbehälter leeren – selbst wenn dieser noch nicht komplett voll. Denn sobald sich eine bestimmte Menge an Wasser in dem Gefäß gesammelt hat, stellt sich der Trockner aus Sicherheitsgründen aus. 
Das ist so schon nicht schön, aber noch störender, wenn man die Sachen im Trockner schnell braucht, weil beispielsweise gleich ein Termin ansteht. Daher lassen Sie das Leeren des Kondensbehälters am besten direkt zu einer Routine nach jedem Trockengang werden. 
Mindestens viermal im Jahr sollte der Behälter zudem gründlich ausgewaschen werden, um festsitzende Ablagerungen zu entfernen.

Die Wartung eines Trockners im Video

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